EUFEA Gründungsevent

EUFEA Gründungsevent

Fach- und Berufsverbände aus zehn europäischen Ländern gründen EUFEA mit gemeinsamen Ausbildungs- und Qualitätsstandards für die Notfallversorgung als Ziel

Wie der Rettungsdienst organisiert ist, welche Kompetenzen Sanitäter haben und wie ihre Ausbildung gestaltet ist, unterscheidet sich innerhalb von Europa erheblich. Gleichzeitig stehen die Rettungsdienste vieler Länder vor ähnlichen Herausforderungen: steigende Einsatzzahlen, Personalmangel und wachsende Anforderungen an die präklinische Versorgung. Um die internationale Zusammenarbeit zu stärken und die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes auf europäischer Ebene voranzutreiben, haben Fach- und Berufsverbände aus zehn europäischen Ländern am 29. und 30. Oktober 2026 in Wien die European Federation of Prehospital Emergency Associations (EUFEA) gegründet.

Der neue europäische Dachverband soll den Interessen von Sanitäter und präklinischem Fachpersonal auf europäischer Ebene eine gemeinsame Stimme geben. Das Ziel ist es, die Professionalisierung des Rettungsdienstes zu fördern, die Qualität der Versorgung weiterzuentwickeln sowie den Austausch zwischen den nationalen Verbänden zu stärken.

„Für Menschen in einem medizinischen Notfall sind Ländergrenzen irrelevant. Es geht darum, Hilfe dort zu leisten, wo sie gebraucht wird. Dazu gehören gut ausgebildetes Fachpersonal und gemeinsame Standards“, sagt Clemens Kaltenberger, Präsident von EUFEA und Vertreter des Bundesverbands Rettungsdienst Österreich (BVRD.at).

Gemeinsame Standards und internationale Zusammenarbeit

EUFEA setzt sich für die Weiterentwicklung und bessere Vergleichbarkeit europäischer Ausbildungs-, Qualifikations- und Qualitätsstandards im Rettungsdienst ein. Damit soll langfristig eine hochwertige, evidenzbasierte und patientenorientierte Versorgung unabhängig davon gefördert werden, in welchem europäischen Land Hilfe benötigt wird. Darüber hinaus will EUFEA die beruflichen Interessen des präklinischen Fachpersonals gegenüber europäischen Institutionen, politischen Entscheidungsträger und internationalen Organisationen vertreten.

Zu den geplanten Vorhaben zählen die Erarbeitung einer Europäischen Patientencharta sowie der Aufbau eines internationalen Austauschprogramms. Dieses soll Rettungsdienst-Fachpersonal Einblicke in die Versorgungssysteme anderer Länder ermöglichen und den Wissenstransfer zwischen Praxis, Ausbildung und Forschung fördern. Auch die Anerkennung beruflicher Qualifikationen und die Weiterentwicklung beruflicher Perspektiven in Europa stehen im Fokus.

Zehn Länder, eine gemeinsame Stimme

An der Gründungsveranstaltung in Wien nahmen Fach- und Berufsverbände aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Italien, Portugal, Slowenien und Ungarn teil. Im Rahmen des Treffens tauschten sich die Vertreter über die unterschiedlichen nationalen Rettungsdienstsysteme, gemeinsame Herausforderungen und die künftigen Schwerpunkte der Zusammenarbeit aus. Mit der ersten Generalversammlung wurde der Grundstein für die organisatorische Struktur und die weitere Entwicklung des Dachverbands gelegt.

An der Spitze von EUFEA steht Präsident Clemens Kaltenberger aus Österreich. Als Vizepräsidenten unterstützen ihn Frank Flake aus Deutschland und Igor Crnic aus Slowenien. Der Verband steht weiteren nationalen Fach- und Berufsverbänden offen und möchte sein Netzwerk in ganz Europa ausbauen.

Mit der Gründung von EUFEA entsteht eine gemeinsame Plattform, um Erfahrungen über Ländergrenzen hinweg zu teilen, die berufliche Weiterentwicklung im Rettungsdienst voranzutreiben und die Qualität der präklinischen Versorgung nachhaltig zu stärken.


EUFEA – European Federation of Prehospital Emergency Associations
Europaplatz 4 | 4020 Linz | Austria | office@eufea.org | www.eufea.org
Association number: 1169844144
IBAN: AT64 2032 0321 0084 1183