BVRD.at beim AGN Kongress

BVRD.at beim AGN Kongress

Im Rahmen des AGN-Kongresses in Graz eröffnete Clemens Kaltenberger im Namen der Sanitäterinnen und Sanitäter die Veranstaltung und setzte dabei ein klares Zeichen für Zusammenarbeit und Weiterentwicklung im Gesundheitswesen.

In seiner Ansprache betonte Kaltenberger die große Bedeutung des Kongresses als Plattform der Annäherung zwischen Ärzteschaft und Rettungsdienst. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit sei im Alltag längst gelebte Praxis, da alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel verfolgen: die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Besonders hob er hervor, dass organisatorische und politische Interessen hinter diesem Ziel zurückstehen müssen. Der Fokus müsse stets auf dem Wohl der Patientinnen und Patienten liegen.

Ein weiterer zentraler Punkt seiner Rede war die Rolle kritischer Stimmen im System. Kaltenberger stellte klar, dass das Aufzeigen von Schwachstellen kein Ausdruck von Kritik um der Kritik willen sei, sondern ein wesentlicher Motor für Fortschritt. Offenheit, sachliche Analyse und der gemeinsame Wille zur Verbesserung seien entscheidend, um das System nachhaltig weiterzuentwickeln.

Der AGN-Kongress leiste hierzu seit Jahren einen wichtigen Beitrag, indem er Entwicklungspotenziale sichtbar mache und Raum für Diskussion sowie konkrete Verbesserungen biete.

Podiumsdiskussion

Bei der Podiumsdiskussion „Generalisten vs. Spezialisten – was brauchen wir in der Notfallversorgung?“ trafen sich zentrale Stimmen aus Allgemeinmedizin, Klinik, Rettungsdienst und Standespolitik zu einem offenen Austausch über die Zukunft der Notfallversorgung in Österreich. Unter der Moderation von Oliver Zeisberger (ORF) ging es anhand eines Beispiels einer Frühgeburt um das Spannungsfeld zwischen breit ausgebildeten Generalist:innen und hochspezialisierten Zentren und wie es gelingt, dass Patient:innen sowohl in urbanen als auch in ländlichen Regionen bestmöglich versorgt werden.

Auf dem Podium sprachen Beatrice Gruber, praktische Ärztin in Kirchberg/Raab, Markus Gschanes, Bezirksrotkreuzarzt und Anästhesist am LKH Knittelfeld‑Judenburg, Harald Herkner (AKH Wien, ÖÄK‑Spezialisierung), Mario Krammel, Chefarzt der Wiener Berufsrettung und Oberarzt im Notarztdienst, Erich Schaflinger, Vorsitzender des Landessanitätsrates Steiermark, Bernhard Schwaberger, Universitätsklinikum Graz, sowie Claudia Schwarz, Sanitäterin und Vertreterin des BVRD.at.

Klar wurde: Eine leistungsfähige Notfallversorgung braucht starke Generalist:innen im Erstkontakt, klar definierte und gut angebundene Spezialstrukturen und ein Rettungsdienstsystem, das auf professioneller, moderner und evidenzbasierter Grundlage arbeitet. 

Das von Claudia Schwarz vorgebrachte zentrale Anliegen für eine bessere Ausbildungsmöglichkeit für Sanitäter:innen wurde von allen Anwesenden mitgetragen, auch die Rektorin der Medizinischen Universität Wien Andrea Kurz meldete sich dazu aus dem Publikum zu Wort und versicherte ihre Unterstützung bei der Einrichtung entsprechender Studiengänge. Als zentrale Anliegen wurden eine Reform des Sanitätergesetzes mit Einführung einer dreijährigen Ausbildungsstufe, die Trennung von Rettungsdienst und Krankentransport, flächendeckendes Qualitätsmanagement mit Mindeststandards bei Ausstattung und Personal sowie der Ausbau von Forschung und einer systematischen Datenerhebung im Rettungsdienst formuliert. Die Diskussion machte deutlich, dass diese Schritte nicht nur wünschenswert, sondern Voraussetzung für eine zukunftsfähige, evidenzbasierte Notfallversorgung in Österreich sind.

Der Schulterschluss von Allgemeinmedizin, Klinik und Rettungsdienst auf dem Podium waren ein ermutigendes Signal: Weg von Sektorendenken, hin zu gemeinsamen Lösungen entlang des gesamten Versorgungspfades.

Messestand als Treffpunkt und Austausch

Der BVRD.at‑Stand war an den beiden folgenden Kongresstagen ein fixer Anlaufpunkt, wo Sanitäter:innen, Notärzt:innen und Stakeholder aus verschiedenen Organisationen ins Gespräch kamen um Erfahrungen aus dem Alltag zu teilen und Kontakte zu knüpfen. Beim informellen Austausch ging es um Themen wie Ausbildung, Qualitätsstandards, Arbeitsbedingungen und zukünftige Entwicklungen im Rettungsdienst.